Rudolf Hess

deutscher NS-Politiker; Privatsekretär Hitlers 1925-1932; ab 1933 "Stellvertreter des Führers"; Mitglied der Reichsregierung als Reichsminister ohne Geschäftsbereich; Geheimflug im Mai 1941 nach Schottland; 1946 beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess zu lebenslanger Haft verurteilt; ab 1966 einziger Gefangener im Militärgefängnis Spandau; beging 1987 Suizid

* 26. April 1894 Alexandria (Ägypten)

† 17. August 1987 Berlin-Spandau (Suizid)

Herkunft

Rudolf Walter Richard Hess (Heß) wurde 1894 in Alexandria/Ägypten als Sohn des Handelskaufmanns Fritz Heß und dessen Frau Clara (geb. Münch) geboren. Die Familie hatte Wurzeln im fränkischen Wunsiedel. Mit seinem Bruder Alfred wuchs er im deutschsprachigen Umfeld Alexandrias auf. Die Mutter nahm mit ihrer deutsch-völkischen Überzeugung früh Einfluss auf H.' politische Gesinnung.

Ausbildung

1908 ging H. nach Godesberg bei Bonn, wo er die evangelische Otto-Kühne-Internatsschule besuchte. Es folgten Schulbesuche in der Schweiz, u. a. an der École Supérieure de Commerce im schweizerischen Neuchâtel und H. begann nach dem Realschulabschluss auf Wunsch des Vaters eine kaufmännische Ausbildung in Hamburg.

Wirken

Erster Weltkrieg

Erster WeltkriegKurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich der kriegsbegeisterte H. im Aug. 1914 freiwillig, wobei ihm der Abbruch der Kaufmannslehre entgegenkam. Ab Sept. 1914 war er mit dem bayerischen 1. Infanterieregiment an der Westfront in Frankreich eingesetzt, danach mit dem bayerischen Reserveinfanterieregiment ...